Sagen im Wolfgangland Volkskultur

By adele290831

Der Heilige Wolfgang

Der hl. Wolfgang, der 982 Regensburg heimlich verließ, flüchtete sich in die Einsamkeit des Falkensteines, um dort als Einsiedler zu leben. Später begab er sich herab an den See, wo er in einem Felsen seine Klause aufschlug. Von dort warf er sein Beil, das jetzt im Hochaltar eingemauert ist, und wo es niederfiel, sollte die Kirche stehen. Beim Bau derselben half ihm der Teufel gegen das Versprechen, ihm als Lohn die Seele des ersten Wesens zu geben, das die Kirche betreten würde. Der Heilige sandte aber zuerst einen Wolf hinein, den der Teufel zerriß. Nach einer anderen Version wäre dem hl. Wolfgang, als er vom Falkenstein herabstieg, der Teufel erschienen, um den Heiligen zu verderben. Er setzte die Felsen ringsum in Bewegung, doch Wolfgang stemmte Rücken und Hände gegen die stürzenden Felsblöcke, die wie Wachs nachgaben. Aus Dankbarkeit für die Rettung beschloß er, sein Beil von sich zu werfen und an der Stelle, wohin es fallen würde, ein Kirchlein zu erbauen. Der Sturmwind trug das Beil weit weg und erst einige Tage später fand es der Heilige auf einer felsigen Anhöhe am See wieder. Hier erbaute er das kleine, 1369 durch Feuer zerstörte Johanneskirchlein. Auf dem sogenannten Bußstein rastete der Heilige nach der einen Version auf der Suche nach seinem geworfenen Beil, wobei seine Hand- und Fußspuren zurückblieben. Nach anderer Version wäre er zur Messezeit auf dem Stein, der ihm auch sonst als Lager diente, eingeschlafen. Voll Reue stieß er Hände und Knie gegen den Felsen, der aber nachgab und nun die Spuren zeigte. Die Kröten im See wurden von dem Heiligen des Krötenpulvers wegen gefüttert, das er den Armen als Mittel gegen den Grind gab.

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